Selbständigkeit und Fehler

Ich hatte mal einen Chef, der, wenn es zu Fehlern kam, immer sagte “Nur wer nicht arbeitet, macht keine Fehler”. Da ist viel Wahres dran.

Auch und gerade, wenn man selbständig ist, macht man Fehler. Das ist vollkommen normal. Entscheidend ist, wie man damit umgeht.

Es passiert mir als Selbständige immer wieder, dass ich einen Fehler mache, dass etwas schief läuft, dass sich etwas anders entwickelt als geplant. Wenn sich mein Business positiv entwickeln soll, dann ist es entscheidend, sich nicht unterkriegen zu lassen, den Kopf nicht in den Sand zu stecken, nicht zu verzagen oder gar in Depression zu verfallen, sondern trotz der negativen Erlebnisse und des blöden Bauchgefühls aktiv nach vorne zu schauen und aus dem Fehler zu lernen.

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Erfolgreiche Selbständige machen ihre Fehler früher und lernen schneller daraus als wenger erfolgreiche.

Was aber kann man tun? Oft hilft folgende Überlegung:

  1. Was genau ist eigentlich passiert?
    Oft hilft es, den Fehler wirklich zu benennen.
  2. Wie kam es dazu?
    Nur, wenn ich verstehe, wie es zu einem Fehler kam, kann ich vermeiden, ihn ein zweites Mal zu machen.
  3. Wie kriege ich die Kuh vom Eis?
    Der Fehler ist gemacht – wie löse ich das konkrete Problem, das daraus entstanden ist?
  4. Wie kann ich verhindern,  dass ich diesen Fehler erneut mache?
    Was mache ich beim nächsten Mal anders?

Wie sieht das bei Ihnen aus? Welchen Fehler haben Sie zuletzt gemacht?

Ich zum Beispiel habe ein Webdesign am Notebook geändert – dabei sind mir die Farben total “entgleist” – das ist, was geschehen ist (Frage 1).

Passiert ist es, weil ich von unterwegs aus arbeiten mußte und keinen vernünftigen Bildschirm zur Verfügung hatte – so kam es dazu (Frage 2).

Meine Kuh auf dem Eis war ein gruseliges Webdesign – ich habe mich schnellstmöglich an einen guten Bildschirm gesetzt und das Design geändert – jetzt ist die Kuh vom Eis, die Webseite sieht wieder vernünftig aus (Frage 3).

Und wie kann ich verhindern, dass ich diesen Fehler ein zweites Mal mache? Ich merke mir, Webdesign nicht an kleinen, weniger guten Bildschirmen zu machen (Frage 4).

Kreativ selbständig: Kannst Du mal schnell?

Diesen Monat hat Spiegel-Online eine Berichtsreihe über “Ausnutzberufe” veröffentlicht (klick).

Wenn Sie z.B. Ärztin, Rechtsanwältin, Computerdompteuse oder Designerin sind, dann vertehen Sie sicher sofort, was mit diesem Begriff gemeint ist: Das sind die Berufe, wo man sehr oft und auch von Menschen, die man vorher garnicht kannte, gefragt wird: Kannst Du mal kurz…? Auf Partys zum Beispiel oder auf Elternabenden, auf Vereinsfesten oder beim Sport.

Kurz beraten, kurz angucken, kurz draufschauen, kurz einen Tipp geben, schnell einen Brief schreiben, mal eben einen Entwurf machen, gerade mal den Drucker zum Drucken überreden usf.

“Kurz” ist dabei so eine Sache: “Mal schnell” ein Konzept beurteilen, “mal schnell” Webseiten auf rechtliche Probleme durchschauen, “mal schnell” eine Diagnose machen – oft ist sich der Fragende garnicht bewußt, dass “mal schnell” ganz schön Arbeit bedeuten kann.

Wenn Sie gewerblich Stickdateien verkaufen, kann Ihnen das auch passieren: Kannst Du mal kurz eine Stickdatei machen – für die Firmenkleidung, für die Abschlussfeier, für den Verein, für die Hochzeit von usf.

Die meisten Menschen helfen gerne – keine Frage. Aber was, wenn Sie mit der nachgefragten Tätigkeit Ihr Geld verdienen?

Wenn man am Beginn seiner Selbständigkeit steht, sollte man sich über diese Frage durchaus einmal Gedanken machen: Wie gehen Sie damit um, wenn derartige Anfragen z.B. in Ihrem Posteingang landen?

Wo ziehen Sie die Grenze? Was ist noch ein Freundschaftsdienst und was eine Leistung, die Sie berechnen? Wo liegt Ihre persönliche Grenze?

Was ist Ihren zahlenden Kunden gegenüber noch fair?

Bei Ihren Überlegungen hilft Ihnen vielleicht die Grafik “Sollte ich kostenlos arbeiten?“.

Und wie sagen Sie das einem “Kannst-Du-mal-eben”-Frager, der Ihre persönliche Grenze überschreitet?

Alles unter einen Hut? Heute: Die lange Bank

Vor drei Wochen sind meine ersten Kurse der Reihe “Kreativ selbständig” online gegangen. Mittlerweile findet im Kursforum ein reger Austausch statt.

Eine Frage, die viele beschäftigt, ist die nach der Selbstorganisation, also der Frage, wie man denn alles unter einen Hut bekommt – Familie, Haushalt, Job, Selbständigkeit,…

In dieser Woche möchte ich einige Tipps zum Thema geben.

Heute habe ich ein Denkzettelchen für Sie, das Ihnen helfen soll, alle die Aufgaben zu sammeln, die sich auf Ihrer langen Bank befinden – also jene Dinge, die “eigentlich” getan werden müßten, zu denen Sie aber (gerade) nicht die nötige Lust, den nötigen Antrieb haben.

Alle die Dinge, die einmal auf der langen Bank gelandet sind, haben die Tendenz, vergessen oder verdrängt zu werden. Daher macht es Sinn, sich die eigene lange Bank immer mal wieder anzuschauen und allen Aufgaben, die darauf Platz genommen haben, einen Termin zu geben.

 

Vielen hilft es, die Aufgaben auf der langen Bank, die ja oft ein schlechtes Gewissen oder eine blödes Bauchggefühl verursachen, aufzulisten und damit aus dem Dunkel des Vergessens oder Verdrängens hervorzuholen. Einmal ans Licht gebracht, ist die Abarbeitung oft garnicht mehr soo schwer!

 

 

Alles unter einen Hut? Heute: Die wichtigsten Drei

Vor drei Wochen sind meine ersten Kurse der Reihe “Kreativ selbständig” online gegangen. Mittlerweile findet im Kursforum ein reger Austausch statt.

Eine Frage, die viele beschäftigt, ist die nach der Selbstorganisation, also der Frage, wie man denn alles unter einen Hut bekommt – Familie, Haushalt, Job, Selbständigkeit,…

In dieser Woche möchte ich einige Tipps zum Thema geben.

Heute habe ich ein Denkzettelchen für Sie, das Ihnen helfen soll, sich zu fokussieren, auf das, was derzeit wichtig ist.

Oft schwirren einem ja unzählige Dinge durch den Kopf – das muss getan werden, daran muss ich denken, das darf ich nicht vergessen, das muss ich klären, was war eigentlich mit … usf. Da passiert es leicht, dass man sich verzettelt.

Oft hilft es schon, sich einmal in Ruhe zu überlegen, was gerade (heute, diese Woche, in den nächsten Tagen) wirklich wichtig ist.

Mit dem Denkzettelchen “Die wichtigsten Drei” können Sie zum einen Ihre drei wichtigsten Aufagen oder Projekte identifizieren und für jeder der wichtigsten Drei jeweils die nächsten drei Schritte benennen.

Wenn Sie mit diesem Denkzettelchen arbeiten möchten, denken Sie darüber nach, was für Sie und Ihr Business derzeit WICHTIG ist.

Wichtig bedeutet, dass es Ihr Business voranbringt – mehr Kunden, mehr Umsatz, mehr Profit bedeutet.

Bitte unterscheiden Sie unbedingt zwischen WICHTIG und DRINGEND.
Dringend ist eine zeitliche Aussge – wenn es brennt, muss man dringend löschen (= es muss jetzt und sofort gehandelt werden)
Wichtig ist eine inhaltliche Aussage- für den Fall, dass es einmal brennt, ist es wichtig, einen Feuerlöscher parat zu haben (=man kann sich irgendwann darum kümmern, tut man es nicht, kann es später zu Problemen kommen).

Und nch ein Beispiel: Ihre Steuererklärung zu machen, ist wichtig. Sind Sie zu spät dran, droht das Finanzamt bereits mit einer Strafzahlung, dann ist Ihre Steuererklärung dringend.

Wenn Sie Ihre wichtigsten Drei identifiziert haben, fällt es Ihenn wahrscheinlich leichter, sich nicht zu verzetteln und gezielt die Dinge abzuarbeiten, die Sie und Ihr Business voranbringen.