“Ich hätte nie gedacht, dass ich das lerne”

“Ich hätte nie gedacht, dass ich das lerne/schaffe!” – diesen Satz höre ich so oder ähnlich immer wieder von Kursteilnehmern.

Und ich muss zugeben, dass er mich immer wieder erschreckt. Weil ich es ausschließlich von weiblichen Kursteilnehmern höre.

Es gibt offensichtlich Frauen, die sich zunächst nicht zugetraut haben, mit einer Sticksoftware zu arbeiten, damit Stickdateien selbst zu digitalisieren oder zu bearbeiten.

Warum ist das so?

Weil Frauen und Technik nicht zusammenpassen? Sicher nicht!
Woher kommt die Überzeugung, nicht mit Software umgehen zu können?

Ich weiß es nicht sicher. Ich selbst liebe Technik.
Als studierte Psychologin weiß ich, dass viele Menschen irgendwann in ihrem Leben so genannte “Glaubenssätze” übernehmen, also Dinge, die sie selbst über sich glauben wie z.B. “ich kann nicht rückwärts einparken”. Hat sich solch ein Glaubenssatz erstmal “eingenistet” in der Seele, ist er nur ganz schwer wieder loszukriegen.

Glaube ich, dass ich etwas nicht kann, dann glaube ich auch, dass ich es nie lernen kann.
Und stehe mir damit selbst im Weg. Denn wenn ich nicht überzeugt davon bin, dass ich etwas lernen kann – dann probiere ich es auch garnicht erst. Und beweise damit, dass ich Recht hatte.

Wenn ich also glaube “ich kann nicht rückwärts einparken” dann werde ich es nie üben (weil ich es ja sowieso nicht kann) und folglich werde ich es auch nie können.

Was aber, wenn ich allen meinen Mut zusammennehme, und es probiere? Wenn ich mich traue. Wenn ich es probiere?
Es wird sicher nicht beim ersten Mal perfekt klappen. Ich werde es üben müssen, wahrscheinlich sehr oft.

Aber wie wird es sich anfühlen, wenn ich es kann?

Ich werde stolz sein! Wie Bolle! Und das zurecht! Ich habe dann nämlich nicht nur gelernt, rückwärts einzuparken oder Stickdateien zu digitalisieren, nein, ich habe etwas viel Wichtigeres geschafft: Nämlich über meine Grenzen hinauszuwachsen.

Ich habe bewiesen, dass die Menschen, die mir nichts zugetraut haben, sich geirrt haben!
Ich kann lernen, was mich interessiert, was mir wichtig ist.

Ich gewinne jede Menge Freiheit – ich kann überall einen Parkplatz finden oder genau die Stickdateien digitalisieren, die ich schon immer haben wollte.

Ich kann stolz auf meine Leistung sein und anderen Menschen Mut machen, die vielleicht noch am Anfang stehen und gerade erst dabei sind, sich zu trauen.

Und all das, was ich gewinne, ist doch einen Versuch wert, oder?

Neu: Digitalisieren mit Embird – Startset

startset

Ab sofort gibt es ein neues Startset – die ersten 3 Kursteile des Kurses “Digitalisieren mit Embird Studio” biete ich nun im Set an. Sie sapren 18 € gegenüber dem Einzelkauf!

In diesen ersten 3 Kursteilen erkläre ich das Allerallerwichtigste beim Digitalisieren – wie man Objekte erstellt und bearbeitet, wie man Eigenschaften zuweist und ändert, wie man in verschiedenen Stickmaschinenformaten abspeichert, wie man Objekte ändert, wie (und warum!) man die Stickreihenfolge beeinflusst, wann man Lauf- und Sprungstiche einsetzt und vor allem, was der Zugausgleich ist und wie man den in den Griff bekommt.

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Warum es Zeit spart, von der Pike auf zu lernen

Ich bin Hobbymusiker, spiele klassische Gitarre – das haben Sie bestimmt schon über mich gelesen.

Gitarre spielen habe ich quasi zweimal gelernt – einmal mit schlechter Technik – und einmal mit besserer Technik.

Mit der schlechten Technik, die ich im ersten Anlauf gelernt hatte, bin ich irgendwann an eine Grenze gestoßen, konnte mein Spiel nicht weiter verbessern. Also habe ich buchstäblich nochmal von vorne angefangen, ganz von vorne.

Ich hätte mir viel Zeit gespart, wenn ich es gleich richtig gelernt hätte. So saß ich dann nach immerhin schon gut 2 Jahren Unterricht nochmal da und habe erneut da begonnen, wo ich schon einmal angefangen hatte – ich habe wieder einfachste Übungen gespielt und bergeweise Tonleitern. Das hat keinen Spaß gemacht – glauben Sie mir!

Im Nachhinein wundere ich mich manchmal selbst, das ich das damals durchgehalten habe und nicht vollkommen den Spaß am Musizieren verloren habe.

Haben Sie schonmal etwas “falsch” gelernt? Und mussten dann umlernen? Haben Sie schonmal die Lust an etwas verloren, weil Sie dachten: Ich komme nicht weiter?

Lernen Sie gründlich und von Anfang an - geraten Sie nicht in eine Sackgasse!

Mit dem Digitalisieren lernen ist das genau so. Man muss es einmal grünlich lernen, dann kann man es.

Man muss einmal das Prinzip wirklich verstehen, dann hat man es drauf und kann gute Digitalisierungen erstellen.

Das erfordert zu Beginn etwas Geduld und etwas Durchhaltevermögen.

Lässt man aber die ersten wichtigen Schritte aus, fehlt einem später das Wissen, um zu verstehen, warum die eigene Digitalisierung nicht so gut ist, wie man das gerne hätte. Und dann nochmal von vorne zu beginnen – das kostet Zeit und vor allem Nerven. Man kann es ja schon. Nur halt nicht so ganz. Es fehlt nur noch ein Bißchen. Aber wenn dieses BIßchen im Grundverständnis fehlt, dann ist das nicht mal so eben nachzulernen.

Daher meine dringende Empfehlung: Lernen Sie von Anfang an – sparen Sie nicht an den Grundlagen. Die sind unglaublich wichtig!

Machen Sie die Anfänger-Übungen – auch, wenn Ihnen das als verlorene Zeit erscheint. Die Zeit holen Sie später locker wieder rein!

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Automatisches Speichern in Studio

Heute habe ich einen Beitrag für die erfahrenen Digitalisierer unter Ihnen – es geht um ein wichtiges Thema, das automatische Speichern von eof-Dateien in Studio.

Worum gehts?

Studio speichert Ihre Digitalisierung im Format eof. Dieses Format kann von keiner Stickmaschine gelesen werden, sondern dient nur zur Speicherung der daten in Studio. Aus dieser eof-Dateierzeugen Sie dann nach Fertigstellung die Stickmaschinendatei im Format Ihrer Stickmaschine.

Wird die eof-Datei in Studio nicht gespeichert, so ist sie nicht gespeichert. So weit, so logisch. Daher: Speichern Sie immer auch Ihre eof-Datei!

Sie können jederzeit aus einer eof-Datei jedes beliebige Stickmaschinenformat (pes, hus, jef, exp…) erzeugen. ABER das geht nicht umgekehrt! Sie können aus einer Datei im Stickmaschinenformat NIE eine eof-Datei machen. Dieses Vorgehen ist eine Einbahnstraße!

Wenn Sie also vergessen, Ihre eof-Datei zu speichern, dann haben Sie am Ende eine Datei im Stickmaschinenformat, die eof-Datei ist aber unwiderbringlich verloren.

Was kann man da machen?

Sie können Embird Studio so einstellen, dass Ihre Dateien automatisch gespeichert werden.

Wie geht das?

Sie klicken in Studio auf “Bearbeiten” und “Einstellungen”. Im Fenster, das Sie dann sehen, klicken Sie auf den Reiter “Speicherung”

sicherungsdateien

Dort setzen Sie ein Häkchen vor “Automatisch Speichern” und/oder vor “Sicherungsdateien”.

Was bewirkt das?

“Automatisch Speichern” speichert Ihre eof-Datei automatisch alle 5 Minuten.

“Sicherungsdateien” erzeugt jedes mal, wenn Sie Ihre eof-Datei speichern automatisch auch Sicherungskopien mit der Endung .bak. Ihre Eof-Datei ist dann zweimal gesichert. Einmal mit der Endung .eof und einmal mit der Endung .bak.

Woran muss ich denken?

Wählen Sie die Option “Automatisch Speichern”, dann macht Embird genau das. Es speichert automatisch. Da kann es geschehen, dass Sie eine Änderung an der Datei machen OHNE die speichern zu wollen (aus Versehen, oder weil Sie entscheiden, dass es anders doch besser ist) und Embird speichert das dann ab. Eben weil es automatisch geht. Daran müssen Sie denken. Und ggf. immer dann selbst zwischenspeichern,wenn Sie eien Änderung gemacht haben, die Sie beibehalten möchten.

Die Option “Sicherungsdateien” erzeugt zu jeder eof-Datei ein Doppel. Sie haben dann doppelt so viele Dateien auf Ihrer Festplatte. Das ist kein Problem. Man muss es halt wissen.

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Lace digitalisieren

Stick-Tutorials.de ist ein Ein-Frau-Unternehmen. Um es mit Bugs Bunny zu sagen “Außer meiner einer ist da keiner”.

Jeden Tag verbringe ich den größten Teil meiner Arbeitszeit damit, Kunden zu betreuen – Kursteilnehmer, aber auch Embird-Besteller (also Kunden, die keinen Kurs belegt haben und “nur” Embird kaufen) und natürlich auch “Noch-Nicht-Kunden”, die Fragen zu Embird oder zu meinen Kursen haben. Hatte ich anfänglich (2010) nur wenige Kunden und viel Zeit, um neue Kurse zu erarbeiten, so habe ich nun viele Kunden und nicht mehr sooo viel Zeit für neue Kurse.

In einen Kurs fließt viel, viel Vorarbeit. Ich bin immer wieder erstaunt (und ja, manchmal auch erschreckt…) wie “banal” dann manchmal das Ergebnis ausschaut – hinter 5 Minuten Video stecken manchmal Stunden an Vorbereitung, in meinem Modul 3 des Studio Grundurses stecken Wochen an Vorarbeit.

Manche Kunden wünschen sich dringend einen Lace-Kurs. Den will ich auch schreiben, aber da muss hier noch viel gestickt werden und ich muss erst noch viele Erfahrungen sammeln, bevor ich da fundiert was zu schreiben kann. Ich muss erst die Fehler machen, die Sie dann nach Durcharbeiten meines Kurses vermeiden können…. 😉

Hier in diesem Artikel möche ich zeigen, wie man das Wissen aus meinen bestehenden Kursen übertragen kann auf neue Themen:

Also, stellen wir uns mit Lehrer Bömmel mal janz dumm – wat is en Dampfmaschin?

Was macht eine Lace-Datei aus?

Eine Lace-Datei wird nicht auf Stoff oder Filz gestickt. Sondern auf ein Material, das nach dem Sticken ausgewaschen wird.

Daraus folgt:

Die Stickerei muss stabil sein.

Der Super-Gau bei einer Lacedatei wäre, dass das Stickergebnis buchstäblich “zerfällt”, wenn die Trägerfolie ausgewaschen wird (und ja, man kann “Lace” so digitalisieren, dass das passiert. DIESE Erfahrung habe ich schon gemacht….).

Wie kriegen wir eine Lacedatei stabil?

Schauen Sie sich gute Lace-Digitalisierungen an und lernen Sie aus ihnen!
Bevor Sie Lace digitalisieren, sollten Sie nach meiner Einschätzung Lace-Arbeiten verschiedener Digitalisierer sticken (lesen Sie hier mehr zum Thema “Digitalisieren lernen”). Diese Erfahrung ist Gold wert!

Gute Lace-Digitalisierungen haben im Idealfall genau 1 (in Worten: EINEN) Schneidbefehl. Ganz am Ende, wenn die Datei gestickt ist.
Jeder Schneidbefehl bedeutet Instabilität, weil ja das Garn durchgeschnitten und neu angesetzt wird. Das wollen wir vermeiden.

laceschneid

Und denken wir weiter: Wie kriegen wir das hin, dass es nur einen Schneidbefehl / möglichst wenige Schneidbefehle gibt?

Wir verbinden unsere Objekte miteinander.

Wie geht das? Das ist Grundlagenwissen, dass ich in den Modulen 1-3 meines Studio-Grundkurses vermittele (wenn Sie den Fliegenpilz wirklich durchgearbeitet haben, ihn also sowohl mit Sprung- als auch mit Laufstichen gestickt haben, dann sollten Sie das nötige Hintergrundwissen haben).

Helfen kann hier auch Modul 7 zum Thema Redwork – gutes Redwork wird auch “in einem Zug” gestickt, so ähnlich wie das Haus vom Nikolaus…. 😉

Worauf ist noch zu achten, um die Datei stabil zu bekommen? Die einzelnen Objekte müssen miteinander verbunden sein, quasi “ineinandergreifen”. Da sind wir dann wieder beim Zugausgleich und dem Umgang mit den Vektoren. Diesem Thema habe ich ein eigenes Modul gewidmet, weil es so wichtig ist.

Und wo kommen die Muster her? Und wie kommen die rein in die Stickdatei?

Auch für Lace gibt es grafische Vorlagen. Googlen Sie einfach mal danach! Oder schauen Sie bei den “üblichen Anbietern” für Grafikvorlagen – hier mal exemplarisch ein Link.

Dann gehts wieder mit Grundlagenwissen weiter – Sie erinnern sich, die sind Thema in den Modulen 1-3 meines Studio Grundkurses (ich komme mir schon vor wie Lehrer Bömmel “…wie ich schon in meinem Buche “Die Gerechtigkeit des Lehrers unter besonderer Berücksichtigung der höheren Lehranstalten…” 😉 )

Jede Stickdatei besteht aus verschiedenen Objekten und die haben Eigenschaften. Bei Lacedateien sind diese Eigenschaften oft Füllmuster. Und um die gehts in einerseits in den Grundlagenmodulen vom Studio Grundkurs (da zeige ich, wie man solche Muster einem Objekt zuweist) und im Forsetzungskurs “Füllflächen-Editor” (da lernen Sie dann, solche Füllmuster selbst zu erstellen).

Was hilft noch weiter?

Lacedateien setzen sich oft aus gleichen Elementen zusammen, die sich mehrfach wiederholen. Bei runden Lace-Arbeiten z.B. sind oft alle Viertel gleich.

lace2

Hier mal ein Beispiel mit 6 gleichen Segmenten.

Wer als Digitalisierer Zeit sparen will (und das wollen wir ja alle!), der digitalisiert natürlich nicht alle Segmente einzeln von Hand, sondern digitalisiert eins und vervielfältigt das dann entsprechend. Wie man Elemente vervielfältigt und vor allem anordnet, erkläre ich im Modul 7 meines Studio Grundkurses (unter dem Thema “Bordüren” ist das Thema). Mit Modul 7 decken Sie also unter dem “Lace-Gesichtspunkt” zwei Themen ab: Elemente verbinden/in einem Zug sticken und Elemente anordnen und vervielfältigen.

Grundsätzlich weiter hilft auch in vielen Situationen mein Kurs “Hintergrundwissen Digitalisieren” – da gehts um ganz grundsätzliche Themen beim Digitalisieren, unabhängig von irgendwelcher Sticksoftware – Kriterien für gute Digitalisierungen, die wichtigsten Grundprinzipien beim Sticken, Sticharten (und ihre Eigenarten…), strategische Planung von Stickdateien und vieles mehr.

Bitte entschuldigen Sie, wenn sich dieser Beitrag liest wie ein Werbeprospekt für meine Kurse – aber ich will deutlich machen, dass viele Inhalte eines Lacekurses auf Grundlagenwissen beruhen. Und das vermittelte ich bereits. In vielen Kursen.

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